So ein Käse!!!

Genuss- oder Potenzmittel?

2 Kommentare 9.10.09 10:45, kommentieren

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Innerrhoden – Wo der Mann noch Mann sein darf

Hiermit lade ich herzlichst ein zum Fernstudium an der UNIGE (oh, so findig, wer auch immer sich das ausgedacht hat: Die Verschmelzung von „Université“ und „Genève“, gesprochen „Üniiiisch“ – smooth wie Vanillevla im Mundraum!).

Thema heute: Was Männer aus der (Ver)fassung bringt

Jede Verfassungsänderung erfolgt in der Schweiz durch Demokratie, rein wie ein sanfter Frühlingshauch: durch Abstimmung, durch „JA“ oder „NÖ“ aller Wahlberechtigten – per constitutionem waren dies traditionell Männer.
Diese Tatsache entpuppt sich in nachvollziehbarer Weise natürlich als etwas ungünstig, wenn es gerade um die Einführung des Frauenwahlrechts geht...

Am Abend des 6. Februars 1971 muss die Mehrheit der Schweizer Frauen ganz besonders lecker gekocht haben, es gab ein zweites Lysistrata oder weiß der Kuckuck, immerhin gaben bei der Abstimmung am nächsten Tag zwei Drittel der Herren Eidgenossen ein begeistertes „JA!!!“ von sich und die Schweizerinnen wurden ab da auch um ihre politische Meinung gebeten.

Nicht so in Appenzell Innerrhoden. Die Gentlemen der Schöpfung dort waren sich dermaßen einig, dass Frauen nicht unnötig mit Accessoires wie politische Willensbildung belastet werden sollten, dass das Frauenwahlrecht dann 1990 (!) per Entscheidung des Bundesgerichts (!) aufoktroyiert werden musste.

Was soll man dazu sagen? Hm. Ich melde mich dann, wenn ich meine Worte wiedergefunden habe... :D

Bisous
Wiwi

5 Kommentare 8.10.09 02:53, kommentieren

Die wunderbare Worte-Welt Vol. 1

Er kann überall lauern!
Im Supermarkt, hinter der nächsten Ecke, sogar auf einer öffenltichen Toilette: ein neuer Ausdruck!!!

Schweizer Wörter sind schlichtweg süß: Wer Lust auf einen Schokoriegel hat, ist oftmals mit einem „Prügeli“ gut beraten, die gesundheitsbewusste Fraktion greift zum „Gebäckstängeli“ (Müsliriegel) und die ganz großen Genießer lassen sich ihr „Gipferli“ (Croissant) oder „Törtchenbödeli“ schmecken.
Aber jeder wird schließlich seine Dokumente in eine „Zeigetasche“ (Klarsichthülle) stecken. (Wow, ich staune gerade selber über diesen mächtig schlechten Textübergang )

Zu verachten sind die französischen Ausdrücke aber auch nicht!
Die führen von recht Fantasiefrei-Direktem „papier cul“ („Arschpapier“) für Klorolle über ganz Goldiges wie „poignée d’amour“ („Liebesgriff“), was bei uns die eher wenig liebevolle Bezeichnung "Hüftspeck" trägt, bis hin zu Räselhaftem:
Hat eine Frau „das gewisse Etwas“, hat sie anscheinend was Hundeähnliches („avoir du chien“) an sich...

Wer bei „chiffon“ an flatternde Schals und wehende Rockzipfel dachte, wird entzaubert; wenn hier ein Stück Stoff dieser Bezeichnung geschwenkt wird, ist ein ömmeliger „Putzlappen“ im Einsatz.

Mein absoluter Lieblingsausdruck ist aber die französische Bezeichnung für den „Waschbrettbauch“ (mal wieder „typisch deutsch“; erst die Arbeit, dann das Vergnügen??) – oh, wie gut das ist! Auf der Zunge zergehen lassen und bitte eindeutschen –

„Schokoladentafel“!!!


Bon appétit
Wiwi

2 Kommentare 27.9.09 02:27, kommentieren

Université: Von Stoff, Stoffen und small stuff

Uni ist zwar Uni, aber der Teufel steckt im Detail:

Die Professoren geben hier bei Nachfragen zu Kontakt und Sprechzeiten teilweise Visitenkarten heraus, den Vorlesungskommentar erhält jeder als Printexemplar und plappern und zu spät kommen wird zwar nicht kommentiert, aber mit dolchähnlich wirkenden abschätzenden Blicken bedacht – von lehrender wie studentischer Seite.

New York Fashion Week? Schon mal im Geneva Fashion Semester gewesen? Man muss die Modeweisheit „Before it’s fashion - it’s in VOGUE“ unbedingt ergänzen um „And as soon as it’s in VOGUE – it’s on campus“ Zu Hülfe, meine Uni ist ein Catwalk!
Wie nur kann man den Wahnsinn verschriftlichen? Vielleicht so: B., J. und W. stehen vor einem ziemlich gewagten Partyfummel und nehmen ihn kritisch in Augenschein. „Also, ich weiß nicht...“ - „Selbst zum Weggehen wäre das schon krass übertrieben... Näää, also so was kannste halt echt nur zur Uni anziehen!“

Und... ach ja... das hatte ich auch noch nie: einen ganzkörperbehaarten Kommilitonen im Handtaschenformat! Ich habe es am Montag nämlich jaulknurren hören, allerdings nichts Vierbeiniges ausmachen können, an meinem Verstand gezweifelt und beschlossen, abends zukünftig einfach mal eher ins Bett zu gehen.
Gestern allerdings habe ich dann ein spitzschnäuziges Profil aus dem Täschken pillern sehen, um mich herum raute es „Hamster?“-„Ratte??“-„Hund!!“ und jetzt habe ich Gewissheit: alle Sinnesfunktionen noch intakt. Ich bin schon gespannt, wie der Chihuahua bei den Klausuren abschneiden wird.

Es grüßt die
Wiwi

3 Kommentare 26.9.09 00:12, kommentieren

EIN TAG IM LEBEN EINES SCHWEIZER PORTEMONNAIES – ein Drama in 3 Akten von Franc Swiss

Warum macht der Schweizer keinen Sport? Er hat es nicht nötig! Denn dick werden ist eine ziemliche Herausforderung hier. Das ist meine These und ich fürchte, sie ist korrekt. Ich habe beschlossen, mich nur ein einziges Mal über die horrenden Lebenshaltungskosten auszulassen; ja, selbst Schuld – aber einmal muss es sein!

Stell dir vor, Du bist eine Geldbörse.
Du stehst auf und gehst zur Uni.
Und brauchst eine Kaffee; Du bist super happy, er kostet umgerechnet unter 2 € (allerdings ist volumentechnisch auch nur „unter 2 €“ drin. Mittags bist Du hungrig und gehst ins Restaurant namens „Mensa“ und bestellst das Tagesgericht (6-8 €). Wenn Du spätnachmittags dann Deinen Einkauf erledigst, ist schon mal auffällig, dass es oft keine Wägelchen, sondern nur kleine Einkaufstragekörbchen gibt – ich vermute, es existiert ein Gesetz zum monetären Selbstschutz des Schweizer Normalsterblichen. Du packst 1 kg Paprika (4,50 €), einen Liter Milch (1,20 €) ein, läufst an einem Pfund Butter (4,50 €) vorbei und hast plötzlich doch keine Lust mehr auf Backen , greifst eine günstige Flasche Wein (5 €) und die 42 g Kaugummi für 3 €. Du schlenderst an der Tiefkühltruhe vorbei und freust Dich, dass es Pizzas bereits ab 4 € gibt – kein Vergleich zur Margherita to go, die Du gestern für knapp 10 € bestellt, im Pappkarton abgeführt und auf der Du vergeblich nach Blattgold gesucht hast. Wenn Du Dich dann abends noch auf ein Bier mit Freunden triffst, regst Du Dich über 4-5 € schon gar nicht mehr auf – hey, ist doch das Günstigste auf der Karte!

Nur um das mal klar zu stellen: Man macht es eher nicht wie oben beschrieben. Geht gar nicht! Obwohl einem der normale gewohnte Lebenswandel durchaus zugestanden wird; ich bin heute auf er Seite des BUIS gelandet (Studentenwerk) und die veranschlagen – zwar unter Hinzunahme von Gebühren, Krankenkasse etc. aber ohne auch nur einen Fränkli (zB für Urlaub) an die Seite gelegt zu haben – ein monatliches Durchschnittsbudget von 2.039 CHF, das entspricht annähernd 1.400 €.

Studieren ist halt doch wie Arbeiten - nur umgekehrt! )


6 Kommentare 21.9.09 23:43, kommentieren

Toll Haus!

Das Zimmer ist „moyenne“, also „mittelgroß“. Das heißt nicht, dass es das tatsächlich ist, sondern nur, dass es noch kleinere gibt . Mittel ist also klein. Überhaupt ist alles eher... tendenziell putzig; Kaffeebecher, Kuchenstücke, Einkaufskörbe, Schuhgrößen, Männer; die Schweizer Latte liegt irgendwie niedriger.

Was allerdings riesig ist, ist der Einblick ins Leben meiner Zimmernachbarin; die Wand ist dünn wie Pergament und wenn sie nachts um halb 2 anfängt zu telefonieren, dann kriege ich nicht nur mit, was sie sagt, sondern auch, was der Mensch auf der anderen Seite der Leitung von sich gibt!!! Jetzt bin ich quasi unfreiwillig Stasi und hoffe, dass die Affäre nicht auffliegt, sondern meine Nachbarin einfach leiser telefoniert...

Das Allerbeste am Wohnheim ist die 2. Etage; dort ist die äußerst quirlige Gemeinschafts- und Gerüchteküche. Egal welche Zeit es ist – irgendwer ist immer da zum Quatschen und Brutzeln. Ich hoffe inständig, dass die Kochkünste automatisch auf mich abfärben! Das wär’ doch mal was (vor allem echt mal nötig - ich erkläre mich aus Scham immer freiwillig zum Salatzupfen bereit!!!)!
Außerdem ist es der Ort, an dem ich mein Koreanisch, Arabisch, Italienisch und Japanisch perfektionieren werde!
Und mich zur notorischen Schnapsdrossel entwickle...

Ein klitzekleiner Wermutstropfen: Zwischen meinem Zimmerspiegel und meiner Eitelkeit besteht eine gewisse Inkompatibilität - er ist zu klein und sie ist zu groß. Ich brauche einen IKEA - und zwar dringend: Ich kann nicht weiterhin immer in den Aufzug mit bodenlangem Spiegel ins Treppenhaus rennen, wenn ich wissen möchte, ob mein "obenrum" zum "untenrum" passt.

Salut
Wiwi

1 Kommentar 17.9.09 03:08, kommentieren

§ 1 Abs. 1 Flanierordnung: Hier wird niemand laufen gelassen!

Ich suche noch Mittel und Wege, meinem hin und wieder auftretenden Bewegungsdrang Ausdruck zu verleihen – mit anderen Worten: Ich suche die ideale Joggingstrecke. Das Problem ist: Egal, ob man hoch zum See, runter zum Fluss oder rechts Richtung Frankreich läuft – man rennt an 1000 gut gefüllten Café-Terrassen vorbei, und das – den verständnislosen Blicken zufolge - wohl als Erster und Einziger. In der Tat habe ich bis dato erst 6 (!) „Leidensgenossen“ gesehen!

Der Genevois an sich legt schlichtweg keinen Wert auf den Anblick rot angelaufener Schädel und schwergängigem Atem auf öffentlichen Straßen. Es ist nicht verboten, aber es ist nicht „comme il faut“ – man MACHT es einfach nicht (obwohl - auf der Bussi-Bussi-Meile Rue du Rhône wird man vllt. wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgesetzt...)

Auch am See nicht! So ein schöner Ort - mit all den Schwänen, dem Bergpanorama und der maritimen Geräuschkulisse mit der Brandung und diesem hellen Klackern, wenn der Wind gegen die Segelbootmasten bläst. Dort tut man, was auf der Münsteraner Promenade wegen erhöhten Laufschuhaufkommens gar nicht möglich ist: man promeniert!

Et Wiwi? Elle zigzague! Die front row gehört den Spaziergängern, das daneben, was bei uns der Fahrradweg sein würde, - eine echte Pestbeule am Teint der Stadt – den Autofahrern.
Doch der „Missstand“ ist, wie ich mir habe erklären lassen, - wie das meiste - Kalkül: Es ist nämlich TEIL eines Exklusiv-Fühl-Gefühls, dass Geldwäsche-Touristen, Sonntagsfahrer und die „jeunesse dorée“ (oder „Bonzenkinder“, wie wir liebevoll auf Deutsch sagen würden ) in ihren Cabrios quasi neben den Fußgängern das Seeufer entlang flanieren können. Schaulaufen auf vier blank gewienerten Felgen.

So ein Ärger! Ich werde auf den Golfplatz ausweichen müssen...

A demain
Wiwi


3 Kommentare 16.9.09 12:40, kommentieren