Zur Lage der Nation: Kriminalität und Schokolade

Heute Morgen wurde mir bei nächtlicher Dunkelheit auf dem Heimweg* verraten, dass Genf eine (verhältnismäßig!) gefährliche Stadt ist. Da war ich ob meines knuddeligen Eindrucks des Großstädtchens baff und meine Neugierde war geweckt: Wo bin ich hier eigentlich gelandet?

Entwarnung! Eine Internetrecherche hat zu meiner Beruhigung ergeben, dass Genf lediglich die zweitkriminellste Stadt der Welt ist - nach Zürich.
(Trifft auch nur unter Hinzunahme von Geldwäsche"delikten" zu, die hier eben gar keine solchen darstellen .)

Aber, aber, aber dennoch: Der Fernsehsender "Al Arabiya" warnte kürzlich seine geneigte arabische Zuschauerschaft eindringlich vor Besuchen auf Genfer Boden und empfahl, "äußerste Vorsicht" walten zu lassen, nachdem ein saudischer Banker hier vor einem Monat mit einer Metallstange vermöbelt wurde.
Mit meinem eher einem Schweizer Käse denn Milchschokolade ähnelndem Teint fühle ich mich dann aber doch nicht so sehr angesprochen.

Apropos! Es ist die conchierte Hölle! Schokolaaaade! Eine tiefe Verneigung vor denjenigen, die an den zahlreichen Chocolatiers vorbeikommen, ohne dass der Zuckerflash einschlägt! Und schon der Besuch im Supermarkt treibt einem die Tränen in die Augen, weil man angesichts der Flut der schön verpackten Auswahl nicht weiß, wo man als erstes zugreifen soll. Ich habe mich jetzt für ein simples "von-rechts-unten-nach-links-oben"-System entschieden um der Lage Herr zu werden. Und... schmelze -zusammen mit der Schoki- dahin...

A bientôt
Wiwi

*Bericht übers Nachtleben folgt!

2 Kommentare 13.9.09 17:26, kommentieren

Werbung


Erste Gehversuche - läuft ganz flüssig :)

Angekommen! Eingefunden!
Alles toll! Und nicht, weil ich jetzt - mitgehangen, mitgefangen - alles toll finden muss, sondern weil es TOLL IST! Genève hat mich mit Kaiserwetter begrüßt, das Wohnheim ermöglicht einem größtmögliche Narrenfreiheit, überall kleine Geschäftchen, individuelle Cafés, alles sauber, alles fußläufig, liebevoll gepflegter Altbau wohin man tritt - und das alles mit Blick auf den See oder den Mont Blanc! Und dieser Wasserstrahl ist der Hammer (vor allem wenn der Wind plötzlich dreht uuuuuund psssscht! Wie erfrischend!)



Die Uni hat noch nicht angefangen, doch macht die Angelegenheit schon jetzt einen guten Eindruck: Hochschulsport wird zu großen Teilen einfach für alle umsonst angeboten, um die Warteschlange vor der Einschreibung etwas zu entspannen, wird einem Kaffee kredenzt und bei der Fotosession für das Bild auf dem Studiausweis wird man eingehend beraten, wie man gucken und den Kopf schief halten sollte um das beste Bild rauszuholen - unbegrenzte Wiederholversuche inkludiert!

Eines habe ich schnell gemerkt: Man sollte sich nicht vom ganzen Französisch täuschen lassen - hier IST DEFINITIV SCHWEIZ! Im Warenhaus sortieren die Verkäuferinnen das Geld in Kassen ein, in der die Münzen noch so aufgereiht werden - das dauert halt seine Zeit... Und man kann noch so feste am Türgriff ruckeln wie man möchte - das ändert nichts an der Tatsache, dass normale Geschäfte um 18.00 Uhr und der Supermarkt spätestens um 19.00 Uhr dicht sind! Schlimm ist das alles nicht - man geht halt zum Türken, Araber oder Portugiesen um die Ecke, wo es sowieso viel spannender ist einzukaufen.

Sein Brot holt man in der "boulangerie", sein Fleisch in der "charcuterie", sämtliche Kuchen in der "pâtisserie" - neu war mir aber, dass es auch "Butterbrotereien" ("sandwicherie") und -jetzt kommt's!- zwecks Maniküre "Nägeleien" ("onglerie") gibt!

Es freut sich auf neue Entdeckungen - Wiwi

3 Kommentare 11.9.09 02:46, kommentieren

3...2...1... letzte Vorbereitungen auf der Homebase

Erst einmal: DANKE HANNAH für die grandiose Idee mit dem Blog!!

Ich bin mal wieder zu spät dran - morgen geht es los und ich habe noch 6 Monate Leben in Kisten zu packen!

Eine to-do- respektive to-pack-Liste habe ich mir gespart - nach umfassender Recherche und eigenen Schweizer Urlaubserfahrungen ergriff mich das dumpfe Gefühl, dass ich aus simplen pekuniären Gründen einfach ALLES mitnehmen sollte, angefangen natürlich von Klamotten über Kosmetik hin zu Kaugummis.

Ich habe gelesen, dass exakt drei Sachen in der Schweiz günstiger sind als in Deutschland: Gewürze, Tee und SMS. Ich bin zwar sehr erfinderisch, aber da selbst ich einsehen musste, dass mir die daraus ergebenen Kombinationsmöglichkeiten nur schwer das Leben retten, bin ich fleißig dabei, Familienpackungen sämtlicher Utensilien anzuschaffen, die der Alltag so verlangt.
6 Zahnbürsten, 200 Teefilter, 25 Tintenpatronen, 150 Wattepads, 3 Mehrfachsteckdosenleisten, 20 Peel-off-Masken - mein Gott, bin ich autark, die Schweizer Wirtschaft wird an mir nicht wachsen können

Da ich leider keine Ahnung habe, wie gut das Wohnheim ausgestattet sein wird (erfahrungsgemäß kann man sich auf keinerlei Erfahrungen verlassen), habe ich gerade einen heimlichen Raubzug durch Mutters Küche unternommen (sorry Mama, aber Du kriegst es ja wieder... demnächst) und neben Tellern, Trockentüchern und Tupperdosen in weiser Voraussicht auch den Dosenöffner eingesackt.

Ach ja! Küchengeräte sind auf den Zimmern nicht erlaubt, ich hatte auch nicht vor, meinen eigenen Kühlschrank und die Induktionsplatten einzuschmuggeln - aber mein Kaffeepadautomat kommt mit! Nicht ohne meine Petra! Da kenn' ich keine Verwandten! (--> Oh! Ich muss Kaffeepads kaufen gehen, wie gut, dass es in Holland 100er-Packs gibt! )

Ich bin selig - da ich mit dem Auto runterfahre, steht mir kein begrenztes Koffervolumen, sondern lediglich ein WAGENVOLUMEN im Weg - damit kann ich leben, glaube ich! So, das gilt es jetzt aber auch auszunutzen!

Bisous
Wiwi

3 Kommentare 7.9.09 10:53, kommentieren